albamig
Büro für interkulturelle Kommunikation und Kulturförderung

The fair way
Jugendmediatorenausbildung

Beispiele von unverständlichen Gewaltvorfällen auf Bahnhöfen und öffentlichen Plätzen sorgen für Schlagzeilen. Bilder von randalierenden und pöbelnden Jugendlichen machen betroffen und lösen Angst aus. Auf rücksichtsloses Littering und auf Vandalismus reagieren Behörden einerseits mit Präventionsprojekten, andererseits mit Überwachung und zusätzlicher Polizeipräsenz. Jugendgewalt ist ein zentrales Thema unserer Gesellschaft geworden. Über den Umgang mit diesem Phänomen wird von Politikern und Fachpersonen kontrovers diskutiert. Was aber können Jugendliche selber beitragen, damit alltägliche Konfliktsituationen nicht eskalieren? Wie können sie frühzeitig und situationsgerecht reagieren, ohne sich selber zu gefährden?

Autorität durch Vertrauen – Jugendliche können oft schneller und effektiver als Erwachsene im Konflikt unter Gleichaltrigen vermitteln. Sie verstehen in der Regel die Positionen der einzelnen Konfliktbeteiligten besser, können sich leichter in ihre Situation versetzen und sprechen ihre Sprache. Gleichaltrige werden eher als eine neutrale Person anerkannt als aussenstehende Erwachsene.

Autorität durch Präsenz – Jugendliche schauen hin und sprechen schwierige Situationen an. Mediative Gesprächs- und Handlungsformen befähigen sie, in Sportvereinen, in der offenen Jugendarbeit und in verschiedenen Freizeitangeboten zu vermitteln.
Das Projekt „The fair way – die Jugendmediatorenausbildung“ bietet interessierten Jugendlichen ein Training an, in Konflikten zu vermitteln und Konfliktparteien zu unterstützen, konstruktive Lösungen zu finden. Die Grösse der Ausbildungsgruppe liegt zwischen 10 und 12 Personen.
Nach der Grundausbildung haben die Teilnehmenden die Möglichkeit, in einem Praktikum das Gelernte anzuwenden, Erfahrungen auszutauschen und weitere Handlungsmöglichkeiten zu besprechen.

 
Themenschwerpunkte der Grundausbildung:  
Warum Gewalt?
- Ursachen und Formen von Gewalt
- Wer ist schuld? Täter – Opfer – Helfer

Umgang mit Konflikten
- Provokationen und Reaktionen
- „Das ist doch typisch“ - Feindbilder und Vorurteile
- Klar und fair, auch im Streit

Vermitteln
- „Wenn zwei sich streiten, vermittelt der/die Dritte“ - Mediation kennen lernen
- Zivilcourage: Hinsehen, handeln

Methoden
Erfahrungswelten der Jugendlichen abfragen
- Eigene und fremde Erfahrungen bewusst machen
- Erfahrungen systematisieren, mit andern Beurteilungen und Sichtweisen vergleichen
- Dissens- und Konsensarbeit
argumentieren, eigene Meinung begründen
sich mit anderen Meinungen und Sichtweisen auseinandersetzen

Szenische Mittel
- Rollenspiele mit Rolleninterviews
- Forumtheaterformen: Verschiedene Handlungsmöglichkeiten erarbeiten
- Körpersprache bewusst machen  (Macht und Ohnmacht, Provokationen)

Wahrnehmung
- Selbst- und Fremdwahrnehmung schulen
- Gegenseitiges Feedback fördern: Wie wirke ich auf andere, welche Stärken und Schwächen werden sichtbar?

Trainingsformen
- Gesprächstraining mit Jugendlichen
- Video: Gespräche filmen und anschliessend besprechen
 
   

Anforderungen an Teilnehmende:
- Alter: zwischen 16 und 22 Jahren
- Erfahrung in der Jugendarbeit: z.B. Leitungsfunktion in einer Jugendorganisation, Mitarbeit in einem Jugendraum, Engagement in einer Schülervertretung
- Bereitschaft zur verbindlichen Mitarbeit: Teilnehmende verpflichten sich zum lückenlosen Besuch der Ausbildungseinheiten.

Zeugnis / Bestätigung
Nach absolviertem Kurs erhalten die Teilnehmenden ein Zeugnis.

Dauer der Ausbildung
Basisausbildung:  24 Stunden
Coaching: 12 Stunden


Aktuelle Termine                 
Samstag, 7. März 2009 (9-16 Uhr)
Freitagabend bis Sontagnachmittag, 3. bis 5. April 2009
Freitagabend bis Sontagnachmittag, 12. bis 14. Juni 2009
Die weiteren Termine werden mit der Kursgruppe abgesprochen.

 Kursleitung
Andreas Hausheer, Lehrer und Mediator, aha mediation gmbh, Sempach
041 460 24 11
aha@tele2.ch
 
   
   
   

 


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