secondofestival.ch

 

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Programm   Freitag, 27. Mai 2011, 19:30-21:30h
         
      manjemas  
         
     

Pfäfflis Patatli Kurier
Theatergruppe Manjemas, Zürich
Ein Toter sorgt dafür, dass einige Geschichten wieder zum Leben erwachen. Drazena Farcic und Victor Quijote hatten eine Geschäftsidee. Statt Pizzas oder Dürüm liefern sie Kartoffelgerichte in die gute Stube hungriger Zeitgenossen. Anfangs lief das Geschäft schlecht, bis die Beiden die zündende Idee hatten. Sie ändern ihren Namen in Pfäffli. Aus «Farcic-Quijotes's Patatas-Delivery» wird «Pfäfflis-Patatli-Kurier». Es funktioniert. Das Geschäft läuft wie geschmiert. So gut, dass die beiden sogar exotische Spezialitäten zu überrissenen Preisen an die Frau und den Mann bringen können.
Blöd nur, dass Victor bei einer Auslieferung auf einen Toten trifft, der in der Wohnung liegt. Noch blöder ist, dass er im Stress das Kartoffelgericht neben der Leiche hat liegen lassen. Wird man einem Spanier und einer Ex-Jugoslawin glauben, dass sie mit dem Tod des Mannes nichts zu tun haben? Wie kommen die beiden überhaupt dazu, ein Ehepaar zu sein? Verdächtig ist viel. Und was ist mit den dunklen Flecken in jeder Migranten-Biografie? – Ein brodelnder Topf für allerhand Vorurteile. Und eine heisse Spur für die Polizei.
Autoren: Walter Millns, Christa Petrachi, Christoph Heusser
Spielerinnen: Christa Petrachi, Christoph Heusser
Fotos: Renata Heusser Jungman
www.manjemas.tk

 
         
      rarara  
         
     

RaRaRa
Toro Tanzkompanie Zürich
Es begann irgendwann auf dieser Erde. Zuerst das Wesen, der Mensch im Garten Eden. Sie erkennen sich als Frau und Mann, hembra y macho!
Verschiedene Farben für Haut und Haar:  dunkel, hell, rot, braun.
Die einen sind Europäer, andere Afrikaner, später Amerikaner, natürlich auch die Asiaten.
Die einen glauben an Buddha, andere nennen sich Christen oder Juden.
Es bilden sich Länder, Sprachen, Flaggen, Verfassungen.
Die Menschen fühlen sich als Schweizer, Deutsche, Franzosen, Italiener.
Bis eines Tages schwarze Schafe einmarschieren...
Weshalb gibt es in der Geschichte der Menschheit immer wieder Fälle von Rassismus? Was treibt die Menschen an? Woher nehmen sie die Rechtfertigung, zu glauben, sie selbst seien anderen Gruppen überlegen? Wie entsteht Rassismus?
In der Choreografie «RaRaRa» untersucht die Toro Tanzkompanie, wie sich die persönlichen Identität bildet und wie diese zum Rassismus führen kann.
Wenn Menschen ihre Identität in Abgrenzung zu etwas Anderem bilden, wird Identität sowohl Segen wie auch Fluch. Segen deshalb, weil es dem Individuum Halt und Rückhalt gibt. Das Gefühl dazuzugehören vermittelt Selbstwert.
Anderseits wird Herkunft und Identität auch immer wieder missbraucht als Vorwand für Machterweiterung und Diskriminierung zu Lasten von Andersartigen (Aussehen wie Denkhaltung). Dann wird Identität zur Rassismus-Falle und zum Fluch der Menschheit.
Mit einer Mischung aus Theater, Tanz und Comic erzählen die drei Tänzer der Toro Tanzkompanie eine Geschichte über Rassismus.
Choreografie: Natalia Calderón in Zusammenarbeit mit den Mitwirkenden
Tanz: Kizzy Garcia, Emmanuel Ramos und Natalia Calderón
Dramaturgie Assistenz: Laura Atwood
Bühnenbild und Kostüme: Maria Romero
Texte: Oliver Ryf
Ton und Lichtdesign: Emmanuel Ramos
Fotografie: Nick Service

 
         
  Programm  

Samstag, 28. Mai 2011 19:30-21:30

 
         
       
         
     

«was heisst denn hier fremd?!»
„fremd?!“ Basel
Das Leben ist Begegnung
Begegnung erfordert Offenheit
Vielfalt und Unterschiede öffnen neue Horizonte.
Unbekanntes macht neugierig!
Eine Gruppe von zehn Jugendlichen zwischen 14 und 16 Jahre, die aus dem transkulturellen Theater- und Bildungsprojekt „fremd?!“ (www.projektfremd.ch) entstanden ist.
Ausgangslage ist die Klassenzimmersituation – Traumsequenzen werden getanzt und verschiedene Lebensgeschichten durchbrechen die Grundstruktur des Klassenraums. Zum Alltag gehört für alle der Umgang mit kultureller Vielfalt, ein Alltag, in dem es selbstverständlich ist, dass die Eltern aus «Serbisrilantürkedonienalbantigaleiz» kommen. Geschichten, die zeigen, dass es eine Frage der Perspektive ist, wer oder was als „fremd?!“ gilt. Geschichten vom Leben in Quartieren, in denen Chancengleichheit nur eine schöne Idee ist, Geschichten von Wut und Hoffnung, von Vorurteilen und Begegnung, Fremdsein und Heimat und von der Sehnsucht, etwas aus seinem Leben zu machen. «Für uns spielt es keine Rolle, woher wir kommen – für die Gesellschaft schon» Das Stück wurde aus Improvisationen entwickelt und alle Texte wurden von den Jugendlichen selbst geschrieben.
Mit: Irem Kabakci, Zeynep Yasar, Emine Yesilyayla, Laura Ferkovic, Greta Ristova, Nuri Jendreyko, Jack Ondoua, Rilind Beqiri, Musa Küsne, Qerim Ismaili, Iljaz Jusufi
Regie: Anina Jendreyko
Tanz und Choreographie: Iljaz Jusufi (Ruff’N’X)
Musik und Rap: Erdem Cayir (Makale)
Technik/Beleuchtung: Claudio Gallasch 

 
         
      mezzo_mix  
         
     

Neulich auf der Weide…
Theatergruppe Mezzo-Mix Solothurn
Neulich auf der Weide… wurde eigens für das Secondofestival geschrieben. In der Interaktion zwischen weissen und schwarzen Schäfchen und anderen Haustieren, spiegeln sich allzu menschliche Züge. Ist es wirklich nur der sichtbare Unterschied zwischen schwarz und weiss oder Schaf und Kuh, die zu Vorurteilen und schlussendlich zu rassistischem Denken führt? Oder ist es vielmehr die Angst vor dem Unbekannten und dem Verlust der eigenen Identität?
Unterbrochen werden die Szenen von drei Geschichten, erzählt von drei Ausländern, die ihre Erfahrungen mit uns teilen und uns so einen Blick in ihre Welt gewähren, unsere Gesellschaft.
Die Gruppe Mezzo-Mix wurde im Hinblick auf das Secondofestival gegründet. Sie besteht hauptsächlich aus Mitgliedern des Theaters Mausefalle Solothurn. Der Name ist bezeichnend, da der Grossteil der Gruppe aus Doppelbürgern besteht.
Text/Regie: Helena Kountoudakis
Schauspiel: Silvan Andraschko, Mark Mühlemann, Sandro Stocker, Melina Maspero, Laura Stern, Johnny Sollberger, Jasmin Ruoss, Michael Detwyler, Delia Flury

 
         
      obini  
         
     

«A ceux qui naîtront après nous»
«An die Nachgeborenen»
Obini, Biel/Bienne
Le poème «An die Nachgeborenen», de Bertolt Brecht, écrit durant son exil, est une source d’inspiration importante pour cette pièce de théâtre. Le poète dénonce des faits qu’il a vécu dans ces «temps sombres», comme la xénophobie, le racisme et l’exil. Pour les personnages protagonistes de cette pièce «les temps sombres» ne sont pas terminés: ils sont clandestins, immigrants, mères et enfants sans papiers. Il y a deux histoires parallèles qui forment l’argument de la pièce, allant du rêve à la réalité et vice-versa: Trois cadres racontent l’histoire des personnages exclus, reniés, discriminés et oubliés.
Comme dans nos travaux antérieurs, nous continuons d’explorer les formes dansées, l’improvisation et l’élaboration de l’action physique. Nous utilisons également des images audiovisuelles qui, jointes à la musique live, nous permettent de recréer et raconter cette histoire dans différentes langues.

Obini est une troupe de théâtre «interculturelle» formée par des femmes d’horizons et de cultures diverses, résidentes à Bienne. Cette troupe travaille en continue depuis l’année 2007.
Nous voulons contribuer à la visibilité des communautés migrantes et des minorités éthniques à travers l’expression culturelle.
Mis-en-scène: Delia Coto. Idée: Delia Coto, Andrea Casallas. Actrices: Sarah Bavaud, Andrea Casallas, Delia Coto, Daniela Mestanek, Mirella Pop. Musique: FJAM. Décors: Céline Froidevaux. Vidéo: Thomas Batschelet, Manuel Borter, Yura Imoberdorf.

 
         
  Programm   Sonntag, 29. Mai 2011, 16:00-17.50h
Sontaag, 29. Mai 2011, 18:00 - 21:00h Rahmenprogramm Preisverleihung
 
         
      meyer  
         
     

«SCLAVI»
Tanzperformance
Uraufführung
«SCLAVI» bedeutet nicht nur Sklave, sondern bildet den Ursprung für das Wort Slave.
Vom Slaven haben viele Westeuropäer Vorstellungen, die voller rassistischer Klischees und Gefühle sind. Oftmals kommt es zu groben Äußerungen aus Unwissenheit und aus Angst vor dem Fremden. Doch wie denkt, spricht, tanzt ein Slave?
Drei Männer, Osteuropäer und seit langem in der Schweiz und Deutschland lebend, sind das erste Mal als Tänzer auf der Bühne zu erleben. Sie tanzen ihre bewegenden Lebensgeschichten und erzählen von Klischees, Vorurteilen und Ausgrenzung. Dabei nehmen sie sich nicht allzu ernst und zeigen mit entwaffnender Selbstironie, großer Sinnlichkeit und mitreißendem Verve, dass sie selbst nicht frei von dem sind, wogegen sie tagtäglich anzukämpfen haben. Das ist komisch und beklemmend, und gerade deshalb berührend.
Die Tanzperformance «SCLAVI» ist ein Aufruf, Lebensläufe, die auf den ersten Blick nicht spektakulär erscheinen, aber durch die Körpersprache zu berühren vermögen, in ihrer Vielschichtigkeit wahrzunehmen. Dabei wird gefragt, wie sich Gemeinschaft konstituiert, abgrenzt und erneuert. Die drei Männer treten für ein um Differenzierung bemühtes Bild einer Gemeinschaft von Migranten ein, die sich trotz Unterschiedlichkeit des Einzelnen durch Zusammensein definieren kann.
Der Berliner Regisseur und Dramaturg fragt mit «SCLAVI», ob und wie Rassismus physisch sichtbar werden kann. Nach den Stücken «OVERSEAS» (mit brasilianischen Tänzern) und «Home.Land» (mit Schauspielern aus der Türkei) beschäftigt er sich erneut mit der Frage, was Identität und Fremdheit ausmacht.
Mit Bülent Musdu, Alen Petrov und Tamas Wagner.
Idee und Inszenierung: Helge-Björn Meyer
Kostüme: Heike Neugebauer

 
         
      enemenemuh  
         
     

«Ene mene muh»
Theatergruppe St. Gallen/Oslo
Ene mene muh und raus bist du! Nelly Winterhalders Stück thematisiert auf mehreren Ebenen die täglich stattfindende Ausgrenzung. Schwarz und Weiss, Rot und Grün finden sich in alltäglichen Situationen wieder, bei denen stets jemand zur Aussenseiterin, zum Aussenseiter wird. Da will eine nicht mitspielen, hat jemand einfach die falsche Hautfarbe oder isst gern Fleisch.
«Ene mene muh» thematisiert die Grenzen, die nicht immer auf den ersten Blick erkennbar sind. Wo ist der Unterschied zwischen «wir» und «ihr», zwischen «hier» und «dort», zwischen «fremdkulturell»und «schweizkulturell»? Wer steht auf welcher Seite? Wer steht nach der Reise nach Jerusalem ohne Stuhl da? Und wer fliegt raus?

Autorin: Nelly Winterhalder
Regie: Sarah Fuhrmann
Spiel: Samuel Mosimann, Silvana Castelberg, Martin Kaufmann, Mateo Kreienbühl
Musik: Willi Häne

 
         
     

Ersatzprogramm für die Theatergruppe «Il cuore non giudica»

 
         
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